Vitamin-D ist eigentlich kein wirkliches Vitamin. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen, muss es nicht mit der Nahrung aufgenommen werden, sondern kann vom Körper mit Hilfe von UV-Strahlung selbst hergestellt werden. Aus diesem Grund besteht leider der Irrglaube, dass ein regelmäßiger Aufenthalt an der Sonne genügt, um einen Vitamin-D-Mangel zu verhindern.

VitaminDDiese Faktoren behindern die Aufnahme von Vitamin-D:
– Lichtschutzfaktoren in Sonnenschutzcremes (sie verhindern, dass gerade jene für die Vitamin-D-Bildung notwendige UVB-Strahlung die Haut erreichen kann)
– die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden (Deutschland) ist zu gering, um ausreichend Vitamin-D zu bilden
-unsere Hautfarbe ist ausschlaggebend für die Aufnahme von Vitamin-D (helle Hauttypen nehmen Vitamin-D schnell auf, dunklere Hauttypen dagegen deutlich langsamer). Problematisch wird es also, wenn jemand mit dunkler Haut im Norden lebt.

Aber wofür benötigen wir Vitamin-D?
Vielen wird wahrscheinlich noch bekannt sein, dass es dafür sorgt, dass Calcium in den Knochen eingelagert wird und uns damit vor Osteoporose schützt.

Unbekannter sind folgende Wirkungen:

Es steuert Gene und wirkt unabhängig vom Knochenstoffwechsel
– am Herzmuskel, Skelettmuskel
– an der Bauchspeicheldrüse
– Niere, Dickdarm, Gehirn, Haut, Lymphknoten, Prostata…
und bietet somit Schutz vor Erkrankungen dieser Gewebe.

Vitamin-D steuert das Immunsystem. Das hilft uns, besser mit Erkältungen, Allergien, Entzündungen und auch mit Tumoren klar zu kommen.

Wenn man im Blut Werte bestimmen lässt, sollte der Wert als unterste Grenze 30 ng/ml sein.

Aus verschiedenen Studien, die Zusammenhänge zwischen Vitamin-D und Auftreten von Tumor oder Überlebenszeit nach Tumor-Operation zeigen, scheint der Wert von 30 ng/ml zu niedrig zu sein und sollte mindestens bei 50 ng/ml liegen.

Wie sollte man “Normwerte” beurteilen. Wenn man heute 1.000 Patienten im D-Spiegel bestimmt, dann liegen die Werte in einem statistischen Bereich. Dieser Bereich wird als “Normwert” bezeichnet. Hat allerdings nichts zu tun damit, ab wann bestimmte ungünstige Stoffwechselwege nicht mehr ablaufen.

Das wären dann präventive Werte. Sie fließen leider bei den meisten Laboren nicht in die Betrachtung ein. Somit liegen wir mehr oder weniger alle im Normwert. Ein Grund, warum dann auch von den Krankenkassen nichts gezahlt werden muss.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der oft nicht verstanden wird, ist ein paradoxes Verhalten von Calcium im Zusammenhang mit Vitamin-D Mangel.

Bei einem Vitamin-D Mangel sowie gleichzeitigem Calciummangel in der Blutbahn, erhöhen sich im Körper andere Hormone, die dann dafür sorgen, dass Calcium in die Zelle eingezogen wird. Damit kann die Zelle auf Dauer nicht umgehen und wirft im Gegenzug Kalium und Magnesium raus.

Damit beginnt ein Teufelskreis, der für alle Arten von Entzündungsstoffwechsel sorgt, bezeichnet als silent inflammation – eine chronische stille Entzündung. Sie ist Auslöser für alle chronischen Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose, Arteriosklerose, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Nierensteine, depressive Verstimmungen.

Ein großes Problem ist, dass zeitgleich auch der Energiestoffwechsel angegriffen wird. Wenn das passiert, wird man immer müder, kann kaum noch Sport machen, nimmt an Gewicht zu, kann Kohlehydrate nicht gut verstoffwechseln, ist müde nach dem Essen etc.

vitmaindWas könnt ihr gegen einen Vitamin-D Mangel machen?
Über einen Bluttest im Labor lässt sich bestimmen, wie hoch euer Vitamin-D Wert ist. Anschließend solltet ihr euch mit eurem Arzt oder Apotheker über die sinnvolle Einnahme von Vitamin-D Präparaten (insbesondere während der Winterzeit) unterhalten, um auf den oben genannten Wert von 50 ng/ml zu kommen. Weitere Informationen zu dem Thema findet ihr im Netz.

Dr. Bernd Löffler ist ein Arzt, der sich sehr lange mit der Biochemie unseres Körpers beschäftigt hat. Ich danke ihm sehr, dass er sein Wissen mit uns allen teilt. Ich selbst gehe regelmäßig auf seine Seminare und wir alle können froh sein, dass er uns viele Zusammenhänge erklärt.

Unter praeventivmedizinberlin.de findet ihr seinen Brief an das Gesundheitsministerium sowie seinen Vortrag zu dem Thema.

An dieser Stelle danke ich auch Herrn Uwe Gröber, bei dem ich eine Ausbildung im Mikronährstoffbereich absolviert habe und er für mich damit eine wichtige Grundlage gelegt hat.

Wenn sich jemand näher für das Thema interessiert und z.B. wissen möchte, wie hoch die Einnahme von Vitamin-D Tabletten sein sollte, ob zusätzlich Calcium eingenommen werden muss etc., dann schickt mir doch eine kurze Mail an Edith@Schittekfamily.de.

Edith Schittek for Rethinker