Wie kommt man darauf, vegan zu leben, ist es nicht total schwierig und bekommt der Körper wirklich alles, was er braucht?

Ich hoffe, ich kann euch einen kurzen Überblick über meine Sicht geben und euch motivieren, eure Lebensweise zu rethinken 🙂

Früher hab ich auch schon mal ab und an weniger gegessen, um schlank zu bleiben. Trotzdem wollte ich nicht darauf verzichten beim Weggehen meine Softdrinks zu trinken.. oder die Kekse zu essen, die meine Freunde mir mitgebracht haben.. oder das Stück Fleisch beim Menü im Restaurant zu genießen. Diäten waren noch nie mein Fall und an Gesundheit und ernährungsbedingte Krankheiten denken ja die wenigsten als Teenager. Warum auch, man merkt von einer Ernährungsumstellung noch so gut wie nichts. Ernährungsbedingte Krankheiten brechen in so einem Alter noch nicht aus, und ein paar Pickel hier und da, Neurodermitis dort oder Wadenkrämpfe nach dem Sport sind ja vollkommen normal. Man macht sich ja eher noch lächerlich vor anderen, wenn man ganz besonders auf seinen Körper oder seine Gesundheit achtet. Spätestens 20-30 Jahre später ist das dann alles anders. Da dreht sich dann plötzlich alles um die verschiedenen kleinen Beschwerden und wo sie nur alle herkommen. Früher konnte man ja essen was man wollte….vielleicht liegt ja da aber das Problem. Dass man manches erst später, nach Jahren zu spüren bekommt. Wenn man seinen Körper 40 Jahre lang mit Giften belastet ist es nur logisch, das das andere Auswirkungen hat, als wenn man es 2 Jahre tut.

fitness_veganZum ersten Mal über genau das habe ich nachgedacht bei zwei Ereignissen, die ich mit ca. 20 Jahren hatte: Zum einen litt ich an einem Hautausschlag, für den ich monatelang selbst keine Ursache erkennen konnte. Meine Kosmetikerin, die sich auf die ganzheitliche Behandlung der Haut spezialisiert hat, sagte, dass sehr wahrscheinlich an meiner Ernährung etwas nicht stimmt. Dass es sein könnte, dass der Körper auf diese Weise signalisiert, dass er Gifte in sich trägt. Und noch dazu zeigte sie mir, dass in meiner Creme Erdöl steckte, ein billiges Öl, das Allergien hervorrufen kann, die Haut kurzzeitig weich macht, aber die Poren verstopft und einfach nur schädlich für den menschlichen Körper sein soll. Ich war geschockt – warum verkaufte man so etwas und vor allem wieso fallen auch noch so viele Menschen darauf rein?

Nach dem Besuch stellte ich nur eine Kleinigkeit an meiner Ernährung um: Keine Aufbackbrötchen mehr mit Weichmachern und Konservierungsstoffen. Außerdem weniger Süßigkeiten abends. Zudem nutzte ich eine andere Hautcreme. Nach nur 3 Tagen war der Ausschlag vollkommen verschwunden. Aber nicht nur das – ich fühlte mich auch wesentlich wohler, war direkt nach dem Frühstück schon fitter als sonst.

Zum anderen musste ich in dieser Zeit leider auch mitbekommen, wie sehr junge Menschen schon an schweren Krankheiten erkrankten – und sogar starben. Woran liegt so etwas? Ich habe zu dieser Zeit viel darüber nachgedacht, da ich immer wieder hörte: Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Vererbung, Lebensstil….Der Lebensstil, wie war der? Eben so, wie sehr viele Menschen heutzutage leben. Immer unter Druck und Stress, für Ernährung und Erholung kann leider nur wenig Zeit investiert werden. Und Softdrinks trinken ist ja normal…regelmäßiger Alkohol trinken auch. Und wenn man Mittags nicht mit an die Würstchenbude geht ist man ein Langweiler. Wie langweilig kann es wirklich sein, wenn einem der eigene Körper und die Gesundheit mehr wert ist?

Mir wurde immer bewusster, was wir uns heutzutage eigentlich häufig antun, gerade in jüngeren Jahren. Das, womit wir dann später fertig werden müssen.

Und ab diesem Moment interessierte ich mich immer mehr dafür, was einem eigentlich wirklich gut tut und was man in seinem Körper mit bestimmten Verhaltensmustern auslöst.

Ich realisierte, dass Stress wirklich großen Schaden anrichten kann. Doch leider lässt er sich heutzutage nicht vollständig vermeiden. Wie konnte ich ihn so kompensieren, dass er meiner Gesundheit nicht schadet? Was muss ich in meiner Ernährung beachten, um einerseits auf nichts verzichten zu müssen und andererseits meine Gesundheit zu erhalten? Und Sport machte ich ja schon immer, aber ist es wirklich der, der mir gut tut? Und außerdem möchte ich ja auch gut aussehen, doch kann es sein, dass manche Kosmetik schlechter für mich ist, als sie mir gutes tut und sogar Krankheiten auslöst?

Das Ergebnis meiner Gedanken, Recherchen und gesammelten Informationen ist die Lebenseinstellung, die wir durch Rethinker mit euch teilen! Hier ein kurzer Überblick über meine persönlichen Erfahrungen mit den einzelnen Themen:

  1. Ernährung

Nachdem ich schon einige Jahre aus ethischen Gründen vegetarisch gelebt hatte, wollte ich mich aufgrund meiner neuen Erkenntnisse bezüglich der Schädlichkeit von Kuhmilch für die menschliche Gesundheit und auch dem Zusammenhang der Fleisch- und Milchindustrie auf vegan umstellen.

Für mich kam es einfach nicht in Frage, weiterhin eine solche Industrie zu unterstützen.

Die erste Reaktion von anderen Menschen darauf war damals:

Findest du nicht, dass du jetzt etwas übertreibst? Wie soll man das denn auf Dauer durchhalten? Zu gesund ist ja auch nicht gut… Du wirst dich sozial abkapseln…

Jules_veganAlso, falls ihr so etwas kennt, dann kann ich dazu nur folgendes sagen: Wenn IHR entscheidet, dass ihr gesund leben wollt oder dass ihr etwas nicht unterstützen möchtet, hinter dem ihr nicht voll und ganz steht, dann tut es! Es ist weder schwierig noch übertrieben, hinter seinen eigenen Meinungen zu stehen und diese umzusetzen. Wenn man im Restaurant mit Freunden mal nur einen Salat essen kann, weil sie unbedingt ins Steakhaus wollen, dann ist man normalerweise auch danach immer noch genauso mit ihnen befreundet wie vorher.

Und wenn dann wieder Menschen mit Mangelernährung anfangen. Es gibt so viele Menschen auf der Welt, die täglich Pommes essen und dazu Softdrinks trinken. Darin befinden sich keine Nährstoffe, dafür jedoch eine Menge Zucker und andere krankmachende Konservierungsstoffe. Süßigkeiten sind fatal für den Körper. Und werden Menschen, die eine Tüte Weingummi essen, von anderen angeschaut mit den Worten: Du weißt, dass Du gerade viele krankmachende Substanzen zu dir genommen hast ohne jegliche Nährstoffe, hast du keine Angst vor ernährungsbedingten Krankheiten oder Mangelerscheinungen? Nein, es wird noch applaudiert und gesagt: Gönn dir doch mal was! So was muss mal ab und zu sein!

Und diejenigen, die immer an das mittlerweile berühmte B12 denken: Ja, ich nehme täglich OPC, dem auch B12 zugefügt wurde und erfreue mich damit bester Gesundheit. Auch mein Blut wird regelmäßig gecheckt und überzeugt in jeder Hinsicht mit den besten Werten 🙂

Ich bezweifele, dass es sich wahnsinnig ändern würde, würde ich ausschließlich B12 weg lassen, aber vielleicht sollte man den B12 Aposteln selbst mal einen Bluttest vorschlagen, der sämtliche Werte, inklusive Selen, Omega 3 und 6 Fettsäuren, alle B-Vitamine, Eisen, Zink und Magnesium enthält 😉 Womit dann auch das Vorurteil beseitigt sein sollte, dass die armen Veganer ja gar kein Eisen kriegen.

Nichts desto trotz kann man sich selbstverständlich auch mit einem regelmäßigen Fleischkonsum sehr gesund ernähren, wie Corinna mit ihrer flexitarischen Ernährung beweist. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, was er tut und wie er lebt, das ist für uns die wichtigste Einstellung.

  1. Sport

Sport hat in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt, zumindest seit dem jugendlichen Alter. Ich fing an ins Fitnessstudio zu gehen, als ich 17 war und konnte seitdem maximal 3 Wochen zwischendurch keinen Sport gemacht. Allerdings habe ich auch viel Zeit davon unnötig verschwendet, weil ich nicht effektiv trainiert habe. Wirklich effektives Training habe ich mir erst seit einigen Jahren angeeignet, wobei eine der schwersten Erkenntnisse diesbezüglich für mich war: Auch Ruhepausen gehören zu einem guten Training. Und vor allem: Das, was am unangenehmsten für Dich ist liefert die besten Ergebnisse.

Ich freue mich (fast) jeden Tag auf meinen Sport und fühle mich oft schon nach einem sport-freien Tag schlecht. Auch da musste ich erst einmal hinkommen und ich denke das ist das größte Problem mit der Bewegung. Bewegt man sich wenig, ist man daran gewöhnt und kann sich nur schwer zum Sport zwingen. Der Mensch macht ja grundsätzlich am liebsten das, was er gerade gewohnt ist. Umstellungen sind immer schwierig. Wenn man aber einmal seinen Rhythmus gefunden hat, dann ist man an regelmäßige Bewegung gewöhnt und möchte diese beibehalten oder sogar noch mehr leisten.

jules_teamIch bin überzeugt, dass Bewegung essentiell wichtig für das Glücksgefühl eines Menschen und auch jedes anderen Lebewesens ist. Und die heutige Gesellschaft ist leider zumindest in der breiten Masse nicht darauf ausgelegt, sich großartig zu bewegen. Schon in der Schule werden wir an stundenlanges Sitzen gewöhnt. Die meisten Menschen haben kaum noch ausgebildete Muskeln und merken es nicht einmal, da sie sie nicht benötigen. Dabei sind die doch so wichtig für den Stoffwechsel des gesamten Organismus!

Über mein persönliches Sportprogramm, die für mich effektivsten Übungen und vieles mehr möchte ich euch regelmäßig berichten.

Aber einen zentralen Grundsatz möchte ich euch schon mal nennen:

Wenn mich jemand fragt, warum ich das eigentlich mache und ob weniger nicht auch reichen würde und ob es nicht wichtigere Dinge gibt als Sport…dann ist meine Antwort in etwa so:

Ich mache Sport, weil ich es möchte! Ich möchte fit sein, trainiert aussehen und mich wohl fühlen. Ganz nebenbei liebe ich den Sport, mit Freunden zu trainieren und neue Dinge auszuprobieren.

Natürlich reicht weniger Sport auch aus – wobei ich bei einem Bürojob, bei dem man mindestens 9 Stunden am Tag ausschließlich sitzt mindestens eine Stunde am Tag Bewegung durchaus für gesund, wenn nicht sogar für ein Muss halte. Aber klar, ich möchte Ergebnisse sehen und wäre es mir wichtiger, in dieser Zeit etwas anderes zu tun, dann würde ich das machen.

Wenn man etwas unbedingt will, dann tut man es auch! Und mir ist es wichtiger, fit zu sein, als einen tollen Garten zu haben oder Fernsehserien zu schauen. Das ist der Grund, warum ich es tue und kein anderer!

  1. Kosmetik

Meine zu Beginn genannte Erfahrung, bei der ich feststellte, was in Kosmetik eigentlich alles so für Inhaltsstoffe enthalten sind, machte mich neugierig. Zuhause durchwühlte ich meine Schubladen, holte alles raus was ich hatte und checkte die Inhaltsstoffe. Es hat ziemlich lange gedauert, herauszufinden was das alles tatsächlich ist, da es bis vor ein paar Jahren noch keine entsprechenden Seiten im Internet gab, die sofort Hinweise auf die verschiedenen Chemikalien gaben. Ich konnte nicht glauben, was alles da drin war und was es im Körper auslösen kann. Allergien, Neurodermitis, Akne…kein Wunder, dass so viele Menschen unter diesen Problemen leiden! Wer schmiert sich eigentlich freiwillig solche Chemikalien auf den Körper? Na ja, sie waren ja alle getestet.. meistens natürlich an Tieren. Noch ein weiterer Grund tat sich für mich auf, vegan zu leben.

Und nachdem ich das alles gelesen hatte, hatte ich mich Sicherheit keine Lust mehr, es an meinen Körper zu lassen. Auf Körperpflege und Schminken wollte ich natürlich trotzdem nicht verzichten. Also verbrachte ich die nächsten Monate immer mal wieder damit, verschiedene Produkte zu testen, die mir meine Kosmetikerin empfahl oder die ich im Internet fand.

Einige davon und ein paar andere Tipps zur Körperpflege und Kosmetik möchten wir euch hier gerne vorstellen.

by Julia

#ÜberUns #Unverträglichkeiten #Flexitarier

Fitnesspicture by Daniel Benad