In den Regalen der großen Handelsunternehmen lassen sich heute schon ganz selbstverständlich Produkte finden, die gezielt mit weiteren Inhaltsstoffen angereichert werden. Hier ist ein gegenwärtiger Trend führender Industrienationen zu erkennen, mit dem über die eigentliche Funktion des Produktes hinaus weitere Health Benefits ausgelobt werden können. Geläufige Beispiele sind das Vitamin B9 (Folsäure), das Element Iod sowie Fluorid-Salze, die am Beispiel des Angebots von Bad Reichenhaller in einem ihrer Salzprodukte zugesetzt werden. Die Auslobungen für die zugesetzten Stoffe sind in der EU geltend aus den festgelegten Angaben der European Food Safety Authority (EFSA) und damit maßgebend für die Risikobewertung eines aktiven Stoffes unter Einflussnahme maximal anzuwendender Dosierungen.
dr_chrisWas bringt mir als Konsument überhaupt das gezielte Zusetzen von Mikronährstoffen in Lebensmitteln?
Was hier allerdings fehlt, ist die grundsätzliche Sinnfrage.
Nutzen Sie uns tatsächlich oder schaden Sie uns vielmehr langfristig?
Besonders beim Element Fluor, das für den Menschen gar nicht essentiell ist, scheint sich diese Frage für die Nutzung Fluorid-basierter Substanzen stark in den Vordergrund zu drängen.
Nach EFSA bietet der Einsatz von Fluorid-Salzen einen präventiven Schutz gegenüber der Kariesbildung an den Zähnen. Die Wirkung basiert dabei auf der oberflächlichen Umwandlung des Zahnschmelzes zu einer härteren Kristallform. Das bedeutet eine Umwandlung von Hydroxylapatit auf der Oberfläche des Zahnschmelzes zum härteren Fluorhydroxylapatit.
Die fluorierte Zusammensetzung ist von seiner kristallinen Natur starrer und gegenüber niedrigen pH-Werten stabiler, weshalb dieser Form einem präventiven Schutz gegenüber Karies zugesprochen wird.
Die verbesserten Eigenschaften am Zahnschmelz konnten in Studien belegt werden. Auf Basis dieser Wirkeigenschaften findet man oft Zahnpasta-Produkte, die den Zusatz von Fluoriden beinhalten. Die lokale (topische) Anwendung mit Fluorid-angereicherter Zahnpasta scheint für den Zahnschmelz-Upgrade an den Zähnen daher vollkommen ausreichend zu sein.

Fluor in Nahrungsmitteln

Basierend auf dieser einzig nachgewiesenen und nach EFSA ausgelobten Wirkung, scheint eine Fluorid-Aufnahme über die Nahrung aus diesem Gesichtspunkt vollständig überflüssig zu sein.
Sicherlich trifft das Argument zu, dass Fluoride bei systemischer Aufnahme den Zahnschmelz von innen heraus härten.
Aber braucht man das tatsächlich? Oder reicht, wenn überhaupt, nur der oberflächliche Upgrade am Zahnschmelz gegen Karies?
Als sicher ist es anzunehmen, dass man mit der oralen (systemischen) Aufnahme von Fluoriden zwangsläufig eine Verteilung im gesamten Körper über den Blutkreislauf verursacht. Eine solche Verteilung im Körper birgt durch unspezifische Wechselwirkungen immer die Gefahren ungewollter Nebeneffekte.

Das scheint umso kritischer, wenn der betreffende Stoff in keiner Form vom menschlichen Körper verstoffwechselt bzw. verwertet werden kann, wie es bei den Fluoriden der Fall ist. Primär lässt sich erkennen, dass sich das meiste Fluorid als Folge seiner physikalischen Affinität zu Mineralien in den Knochen anreichert und dort ebenso zu einer Umwandlung der Knochenzusammensetzung führt.
Mit den Fluoriden bildet sich hier ein härteres Knochenmaterial aus, was auf den ersten Blick unkritisch erscheint.
Natriumfluorid (NaF) zählt unter anderem auch deshalb zur Gruppe der Anabolika, da Sportler damit gezielt ihr Gewicht erhöhen können. Auf der anderen Seite ist der Heilungsverlauf vom fluorierten Knochengerüst nach einem Bruch nur sehr träge, da die Neuausbildung von aktivem Knochen erschwert ist. Eine Einschränkung der Mobilität im Alter ist hier die logische Folgerung. Darüber hinaus scheint der Einfluss von Fluoriden auf enzymatisch wirksame Proteine im Körper ein unbekanntes Risiko darzustellen.
Studien belegen den negativen Einfluss bei erhöhten Mengen an Fluorid im Blut, die unter anderem oxidativen Stress auslösen können. Dieser wiederum kann Auslöser verschiedenster Erkrankungen sein.
Alles in allem scheint die Aufnahme von Fluoriden über die Nahrung ein vermehrtes Potential zu langfristigen und auch teils unvorhergesehenen Risiken zu besitzen, wohingegen dieses Risiko bei lokaler Anwendung auf den Zähnen ausgeschlossen werden kann.
Neben den Fluorid-Salzen gibt es noch eine ganz Reihe anderer Fluor-haltiger Verbindungen, die nicht mit der hier diskutierten Form und Wirkung verwechselt werden dürfen. Die Gruppe der Fluorcarbone zum Beispiel findet sich gegenwärtig immer stärker in der Kosmetik wieder. Gründe liegen hier besonders in den stark verbesserten physiko-chemischen Eigenschaften der fluorierten Moleküle, die Emulsionen oder auch Schäume besonders stabil machen. Außerdem weisen sie durch ihre chemische Natur eine verstärkte Resistenz gegenüber oxidativen Abbau auf.

Fluor in der Kosmetik

Das macht Fluor-Verbindungen in dem Fall zu inerten, also inaktiven, Materialien. Hier ist das Fluor fest (kovalent) an das organische Molekül gebunden, wohingegen bei den Fluorid-Salzen das Fluor nur in ionisch gebundener Form vorliegt. Das bewirkt völlig unterschiedliche Wirkeigenschaften der beiden Stoffgruppen. Darüber hinaus scheint die Nutzung von fluorierten Substanzen in Kosmetika unter Betrachtung der EU-Kosmetikverordnung weniger risikobehaftet zu sein.
Diese wirken nach Rechtslage lediglich auf der oberen Hautschicht, dem stratum corneum, und dürfen sich ausschließlich zwischen den Schichten unbelebter Corneozyten verteilen, die regelmäßig in Form von Hautschuppen abgetragen werden. Hier muss man sich allenfalls die Sinnfrage stellen, ob man Fluorcarbone in seiner Kosmetik haben möchte. Andere surfactants besitzen schließlich gleich stabilisierende Effekte.

by Christoph

Quellen

Rethinker-Fazit:
Fluorid wird auf vielen Seiten und Foren verteufelt. Dort steht Fluorid  häufig unter Verdacht die menschliche Psyche zu beeinflussen, in dem es den freien Willen des Menschen ausschalten soll.

Diese Artikel schockierten mich natürlich. Aber mir fehlte das Fachwissen, um diese Aussagen realistisch beurteilen zu können. Aus diesem Grund wandte ich mich an unseren Doc;-)

Fluorid habe ich trotzdem seit Jahren aus meinem Haushalt verbannt. In meiner Küche gibt es ausschließlich Meersalz und auch beim Kauf meines Trinkwassers achte ich sehr genau darauf, dass kein Fluorid vorhanden ist.
Auch wenn Fluorid in der Zahnpflege anscheinend kein Risiko darstellt, setze ich seit Jahren auf Zahnpasta mit Xylitol, um meinen Zahnschmelz aufzubauen.
Seht euch beim nächsten Mal doch in einem guten Reformhaus um. Ihr werdet einige Zahnpflegeprodukte mit Xylit entdecken.
Vielen Dank an dieser Stelle an unseren Chemiker Christoph, der sehr anschaulich erklärt hat, wann Fluorid gefährlich werden könnte.

by Corinna

#SchlechtfürdieGesundheit #Zucker #Erdöl