Es vergeht ja kaum eine Woche, ohne dass eine neue Diät erscheint.
Kein Lifestyle-Magazin, von Brigitte bis zur Men’s Health, kommt ohne die doch diesmal wirklich wahren und Wunder wirkenden Maßnahmen für das optimale Körpergewicht und –gefühl aus.
Wunder wirkt das wohl hauptsächlich hinsichtlich der Verkaufszahlen.
Denn die meisten Diäten helfen zwar kurzfristig, Gewicht zu reduzieren, aber beim
Ernährungs-Memory heißt das Pendent zu Diät eher Jo-Jo-Effekt als Wunschgewicht.

Leckereien wie Fruchtgummis mögen zwar teils vollkommen fettfrei sein, aber mal Hand aufs Herz: Wenn einem die oft enthaltene Schweine-Gelatine nicht den Appetit verdirbt, versteht man spätestens beim Zucker-und Kaloriengehalt auf der Rückseite, dass das nicht die ganze Wahrheit sein kann.
veggie_pastaUnd die No-Fat-Verfechter erhalten ohnehin Gegenwind von den Low-Carb-Kollegen:
Für die entspricht das Frühstück aus Rühr-Ei mit Speck in Massen statt Maßen nicht nur ganz klar dem neusten Trend der Paleo-Diät, denn schließlich hat der Urmensch ganz bestimmt ganz genau so gegessen; Durch die fehlenden bösen Kohlenhydrate erreicht man so natürlich, ganz klar und sicher am schnellsten Wunschgewicht und Topform.

Apropos Wunschgewicht: Wenn du kurz von der Waage steigst und einen Liter Wasser trinkst, wiegst du zwar ein Kilo mehr, hast aber sicherlich nicht zugenommen. Wenn du anfängst, neben der bewussten Ernährung auch Sport zu treiben, kann es sein, dass du zwar viel Fett verlierst, aber durch die Zunahme von Muskeln kaum Gewicht.
Spiegel und Gürtel sind oft die besseren Indikatoren dafür, ob man die Ernährung mal überdenken und Bewegung irgendwo unterbringen sollte. Aber das nur nebenbei.

Schaut man sich die einzelnen Diäten also an, wird schnell klar, dass es sich oft um sehr einseitige Ernährungsformen handelt, die zwar kurzfristig schnelle Erfolge bringen, aber nur schwer dauerhaft beibehalten werden können.
Was wird wohl die langfristig sinnvolle Diät sein? Wie kann man sich gesund, ausgewogen und lecker ernähren, ohne ständig wieder mit starken Einschnitten und Heißhunger zu kämpfen oder neue Hosen kaufen zu müssen?

Na klar! Vegan werden! 🙂
Naja, so einfach ist es leider auch nicht… Aber warum haben Veganer seltener Probleme mit Übergewicht?
IMG_20150129_191745Weil viele Vegane sich intensiv damit auseinandersetzen, was gesund ist und kommen meist auf einen gemeinsamen Nenner: Gesunde Vollwertkost.
Oder Neu-Deutsch: Clean Eating. Vollwertkost im wörtlichen Sinne, also Produkte, die möglichst verarbeitet sind und wenig isolierte Zutaten enthalten, sind immer eine gute Wahl. Obst und vor allem kalorienarmes Gemüse, in ihrer Gänze verarbeitet, bieten mit einem hohen Ballaststoff- und Flüssigkeitsgehalt die große Basis einer ausgewogenen Ernährung.
Von der Vielfalt mal abgesehen, kann man hier richtig zuschlagen und muss nicht mit Mini-Mahlzeiten auskommen.

Dazu sollte man dem Körper Zeit geben sich umzustellen und das Ganze langsam angehen, anstatt innerhalb von wenigen Wochen viele Kilos zu verlieren.

Wir haben doch Zeit, Slow Food ist en vogue, der übernächste Sommer kommt bestimmt.
„Iss jeden Tag alle Farben des Regenbogens!“ hat mal eine Freundin zu mir
gesagt. Und wenn man dafür nicht in die Fruchtgummi-Tüte greift, sondern ins Obst-und Gemüseregal, wird man wohl kaum falsch liegen.

Zum Autor:

Julian_StockHallo!

Ich bin Julian, 34, Foodie, Öko, Sportler und Rethinker. Ich bin bei Alnatura als Sortimentsmanager verantwortlich für Snacks, Kuchen und Kaffee in der Bäckereitheke. Außerdem schreibe ich die vegane Kolumne im Alnatura Kundenmagazin, die auch hier auf Rethinker veröffentlicht wird.

2010 bis 2013 lebte ich in Australien, wo ich Sport, insbesondere Mountainbiken und Calisthenics (Outdoor-Fitness ohne Studio) für mich entdeckte. Anfang 2012 stellte ich meine Ernährung um, wurde weitgehend vegan und begann mich intensiver mit Ernährung und Sport auseinanderzusetzen. Vegan zu werden rückte die Themen Umweltschutz und Tierwohl inden Fokus meines Lebens und machten Bio zum Prinzip.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder mit seinem Konsumverhalten, insbesondere beim Essen, einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten kann, ohne dabei auf Genuss oder Höchstleistung zu verzichten.

Go vegan, go green, go clean…Jeder kann etwas beitragen. Etwas sollte es aber sein. Ich sage daher: Go something!

#gosomething

#247bio

#itsnotveganifitsnotorganic