rethinker_rtSeit meiner Geburt leide ich an Neurodermitis. Besonders häufig treten die juckenden Ekzeme in der Winterzeit verstärkt durch die trockene Heizungsluft auf.
Betroffene kennen die Symptome, oft befinden sich die Ekzeme in den Kniekehlen oder in den Armbeugen. Zudem hatte ich jahrelang schlimme Ekzeme an meinen Händen, eingerissene Mundwinkel und eine schuppige Gesichtshaut.

Das Ganze hört sich ziemlich schaurig an und genauso habe ich mich gefühlt. Ständig hatte ich das Gefühl alle würden mich anstarren, zudem war es extrem anstrengend den ständigen Juckreiz zu unterdrücken und sich nicht wie ein Zombie die Haut aufzureißen.

Der Besuch beim Hautarzt versprach mir Linderung und da war es wieder mein Lieblingsrezept gegen diese unangenehme Hautkrankheit – das gute Cortison. Einmal auftragen und schon fing die Haut an sich zu beruhigen. Im Laufe der Jahre bemerkte ich jedoch, wie meine Haut nach und nach dünner und noch anfälliger wurde. Ich fing an mir Literatur anzuschaffen und entdeckte die Aloe Vera als juckreizstillende Heilpflanze.

Doch erst einige Jahre später gelang es mir den ersten Winter ohne Cortison durchzustehen, dies funktionierte nur durch eine umfassende Umstellung.
Ich traf damals auf eine Apothekerin, die sich sehr viel Zeit nahm und mir einiges zu dem Thema erläuterte.
Es gibt vier wichtige Umstellungen, mit der ihr eure Neurodermitis in den Griff bekommen könnt.

Mikronährstoffe

Als erstes begann ich mit der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, denn Neurodermitiker haben einen angeborenen Mangel an einem bestimmten Enzym. Dadurch können sie einige Folgeprodukte des Fettsäurestoffwechsels mit Hormon-Wirkung nicht mehr in ausreichendem Umfang herstellen, während andere Stoffe im Übermaß produziert werden. Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren verhindert in diesem Fall das typische Austrocknen der Haut, denn sie wirken entzündungshemmend und schwächen allergische Reaktionen ab. Dafür müssen Omega-3-Fettsäuren dem Körper in ausreichend hoher Konzentration zugeführt werden. Mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Lebensmittel sind zwar prinzipiell empfehlenswert, für therapeutische Zwecke jedoch deutlich unterdosiert.
Aus diesem Grund empfehle ich euch Präparate, die das Fischölkonzentrat gezielt aus kleinen Kaltwasser-Hochseefischen (Makrelen, Anchovis, Sardinen) gewinnen und dadurch einen hohen Reinheitsgrad aufweisen. Inzwischen gibt es aber auch sehr gute vegane Präparate in Internet.

Des Weiteren ist es äußerst wichtig den Darm aufzubauen, denn Allergiker leiden an einem Mangel von Laktobazillen.
Laktobazillen wachsen im Dünn- und im Dickdarm; sie ernähren sich hauptsächlich von Kohlenhydraten (überwiegend Ballaststoffen), die für den Menschen nicht verdaulich sind. Dabei produzieren sie Milchsäure und säuern das Milieu im Darm an. Sie tragen wesentlich dazu bei, unerwünschte Keime am Wachstum zu hindern. Dadurch wird das Immunsystem langfristig gestärkt und allergische Symptome gemindert.

Als weiteren wichtigen Hinweis ist die Einnahme von Vitamin-D Präparaten zu nennen. Vitamin-D bildet der Körper unter Einfluss von Sonnenlicht.
Neurodermitiker werden in den Sommermonaten eine deutliche Linderung der Symptome wahrnehmen. Vor der Einnahme von Vitamin-D Präparaten sollte jedoch anhand eines Blutbildes festgestellt werden, ob ein Mangel besteht und welche Tagesdosis sinnvoll ist.

Ernährung

green dinner2Versucht tierische Eiweiße so gut wie möglich zu reduzieren, das Gleiche gilt für Industriezucker und Auszugsmehl! Alle drei tragen zu einer verstärkten Entstehung von Ekzemen bei. Eine vollwertige Ernährung, wie z.B. nach Bruker und tägliche Rohkost wirken sich extrem positiv auf die Haut aus.

Ideal ist hier auch das Superfood Weizen- oder Gerstengras, das eine äußerst wertvolle Nahrungsmittelergänzung ist. Es enthält reichhaltige Vitamine und Mineralstoffe, Chlorophyll, Proteine und Enzyme und unterstützt die Entgiftung und Regeneration der Haut. Gerstengras kann selbst angebaut werden oder als Pulver gekauft werden. Ich mische es mit am liebsten in meine Green Smoothies.

Hautpflege

Neurodermitiker entgiften stark über ihre Haut. Basische Bäder sind extrem hilfreich, da sie die Entschlackung über die Haut unterstützen. Finger weg von Bodylotions und Gesichtspflegeprodukten sowie dekorativer Kosmetik, die Mineralöle enthalten. Diese reizen Neurodermitiker-Haut unnötig.

Aloe Vera Gel lindert den Juckreiz bei akuten Schüben extrem. Zur Pflege benutze ich am liebsten Arganöl, was meiner Haut extrem viel Feuchtigkeit spendet und im Vergleich zu vielen fettigen Lotions schnell einzieht. Aber auch andere Pflanzenöle, wie Nachtkerzenöl, haben eine sehr positive Wirkung auf die empfindliche Neurodermitikerhaut. Und bitte Finger weg vom Cortison, es sorgt nur dafür, dass eure Haut immer dünner wird. Die Haut an meinen Händen war lange Zeit fast durchsichtig durch die jahrelange Cortisonanwendung.

Innere Ruhe

relaxDer Verlauf von Neurodermitis hängt eng mit der Psyche zusammen.
Stressige und belastende Situationen hinterlassen ihre Spuren auf der Haut. Auch ich neigte lange Zeit dazu, mir bei angespannten Situationen die Haut aufzureißen.
Entspannungsübungen, Fitness, ein Spaziergang an der frischen Luft oder ein gutes Buch bringen mich heute runter. Ich habe auch gelernt auf meinen Körper zu hören und nicht immer erst dann die Notbremse zu ziehen, wenn er es mir so heftig signalisiert. Denn dann kann es irgendwann zu spät sein.

Durch diese Umstellung habe ich meine Haut super in den Griff bekommen. Ich lebe seit drei Jahren Cortisonfrei!

Ihr leidet selbst an Neurodermitis?
Dann schreibt mir doch bitte oder hinterlasst einen Kommentar.

Danke!

by Corinna

#BasischeBäder #Arganöl #VitaminD