Beitrag aus der Community:

SuHey,

ich bin Su, 32 Jahre alt und im März 2014 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Ich hatte diesen Knubbel schon länger in meiner rechten Brust gespürt, jedoch bin ich nie davon ausgegangen, dass es Krebs ist. Wer geht schon davon aus so jung an Krebs zu erkranken?

Im April ging dann schnurstracks die Therapie los. Genauer gesagt am 1.April 2014, ein Aprilscherz war das leider nicht. Die Chemo war wortwörtlich zum Kotzen. Sechs Monate lang, acht Mal, alle drei Wochen. Morgens hin, angestöpselt an den Tropf liefen die vergiftenden Medikamente durch meinen Port in meine Adern. Zwischen drei und fünf Stunden ging so eine Chemo. Im September war es dann endlich vorbei. Mein Körper war danach am Ende. Meine Muskeln völlig hinüber, meine Haare weg, meine Haut trocken wie Sand und mein Gedächtnis wie ein Sieb.

Als ich in die Uniklinik im Oktober 2014 zur Operation ging, teilten mir die Ärzte im Uniklinikum Leipzig mit, dass eine Mastektomie (Abnahme der rechten Brust)unumgänglich sei. Sie fanden einen 2. Tumor und die Brustabnahme sei sicherer. Mit einem Implantat oder Bauchfett würde dann die neue Brust frühestens ein halbes Jahr nach der Bestrahlung wieder aufgebaut werden. Die Nachricht war zwar hart, aber ich hab mich relativ schnell damit abgefunden. Und wer kann schon von sich sagen, einen kostenlosen Mops bekommen zu können.

Nach der OP fing ich gleich meine Antihormontherapie an, denn mein Tumor wächst anhand von Hormonen. Also versetzten mich die Ärzte in die künstlichen Wechseljahre. Im Paket inbegriffen sind Hitzewallungen wie bei 50jährigen und Stimmungsschwankungen, manchmal friere ich so doll als wäre ich am Nordpol. Manchmal ist es schon komisch, wenn ich mich mit über 50jährigen über die Wechseljahre unterhalte, als wäre ich mal schnell um 20 Jahre gealtert. Kinder habe ich keine, die Ärzte raten mir davon auch ab, es könne den Krebs wieder auslösen durch die Hormonbombe während der Schwangerschaft.

Und immer wieder frage ich mich wodurch dieser blöde Krebs ausgelöst wurde. Zuerst dachten die Ärzte, es komme durch einen Gendefekt. Das Testergebnis ein halbes Jahr später zeigte jedoch das Gegenteil: kein Gendefekt.
Mir fiel ein Stein vom Herzen, doch immer noch fragte ich mich wodurch der Krebs ausgelöst wurde. „Denken sie mal ca 1 Jahr zurück, was war da los bei Ihnen?“ fragte mich meine Heilpraktikerin. 1 Jahr zuvor hatte ich viel Stress bei der Arbeit, setzte mich unter Druck, weil ich Angst hatte keinen Fuß fassen zu können in der Arbeitswelt in Deutschland. Ich musste studieren, ich musste ein Praktikum machen, ich musste nebenbei arbeiten, um mir das alles leisten zu können. Immer nur musste ich. Vermehrt hatte ich Nasennebenhöhlen- oder Blasenentzündungen, war müde, hatte Kopfschmerzen, Nasenbluten, niedrigen Blutdruck. Der ganze Druck machte mich sozusagen krank.

Gesund hatte ich mir vorher schon ernährt, jedoch nie Superfood oder vegane Ernährung berücksichtigt oder Pflegeprodukte ohne Zusatzstoffe probiert. Doch mit dem Brustkrebs änderte sich alles. Als ich meine Ärztin fragte woher der Krebs kam sagte sie mir dazu folgendes:

„Krebs ist in der westlich lebenden Welt weit verbreitet. In Asien jedoch kaum. Als sich Hongkong und Singapur an den Lebensstil der westlich lebenden Welt angepasst hatten, explodierten die Zahlen für Krebserkrankungen auch dort.“
Stress, Ernährung, der Lebenswandel, unsere Umwelt, Smog, alles Dinge die den Krebs auslösen. Und wir selbst tun nichts dagegen, sondern sehen zu, dass er sich mehr und mehr entwickelt und verbreitet. Denn wir wollen immer das neueste und beste haben, am schnellsten essen oder irgendwohin kommen, aber niemand denkt an die Konsequenzen.

Heute macht mich das sauer, dass so viele sich nicht über die Ausmaße dieses Lebensstils bewusst sind.

Im Januar 2015 hatte ich dann die Strahlentherapie auf dem Plan. Jeden Tag ein paar Sekunden auf einer Liege unter einem riesengroßen Strahlengerät liegen. Meine Haut war am Ende der Therapie total gerötet und wund, manche Stellen taten richtig weh. Als die Krankenschwester ein Pflaster abriss, kam gleich die Haut mit ab. Einen BH trug ich erstmal nicht mehr, zu sehr schmerzte es und sah aus als hätte ich einen Sonnenbrand.
Am 11.Februar 2015 hatte ich die Therapie endlich geschafft, mir kamen die Tränen und ich grinste bis über beide Ohren. Dieses Ende schien anfangs so weit weg zu sein, und nun war es zum Greifen nah.
Jetzt mache ich nur noch die Hormontherapie für die nächsten 10 Jahre, alle drei Monate bekommt meine Brust einen Ultraschall und einmal im Jahr habe ich ein Intensiv- Durchcheck-Programm inklusive MRT, weil ich so jung an Krebs erkrankt bin.

SuIch lebe seit der Diagnose intensiver, mache wirklich nur noch das was mich glücklich macht. Fast täglich treibe ich Sport, hab ich auch während der Therapie die ganze Zeit gemacht. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Sport die Gefahr an Krebs oder anderen Krankheiten zu erkranken, mindert. Superfood wie z.B. Spirulina gehören zu meiner täglichen Ernährung und Stress kenne ich nicht mehr. Mein eigenes Beet gibt mir Kraft und viele Vitamine und Nährstoffe, mein Blog gibt mir Halt und ist mein Tor zur Welt.

Meine Erfahrungen während der ganzen Zeit teile ich mit anderen an Krebs Erkrankten, um ihnen zu zeigen, dass es ein Leben mit Krebs gibt, dass die Therapien zu schaffen sind und dass es noch andere Dinge auf der Welt gibt außer Medikamente, die zu einem gesunden Menschen mit gutem Immunsystem beitragen.

Alles Liebe,

Eure Su for Rethinker

Su beschreibt auf ihrem Blog su-mmerfield.net ihren Kampf gegen den Brustkrebs und gibt viele tolle Tipps für ein gesundes Leben weiter!
Eine bemerkenswerte Frau!