Bereits vor mehr als 50 Jahren begann die Karriere eines Stoffes der eigentlich zu einem gänzlich anderen Zweck entwickelt wurde: Aspartam.

Bereits 1965 von James M. Schlatter bei seinen Versuchen zur Synthese von Gastrin entdeckt (Gastrin als Beschleuniger der Magensäureproduktion sollte indirekt die Bauchspeicheldrüse stimulieren um die Insulin-, Glukagon und/oder Somatostatin – Produktion anzuregen). Durch Zufall entdeckte man die 200 fach höhere Süsskraft von Aspartam (E 951) und als erstes nahm die  G.D. Searle & Company Aspartam nach der Genehmigung der FDA (Food and Drug Administration) als Süssstoff „NutraSweet“ in die industrielle Produktion.

Sugar and sweeteners --- Image by © Larry Washburn/fstop/Corbis

Sugar and sweeteners — Image by © Larry Washburn/fstop/Corbis

Heute sind Aspartam und seine Derivate als „Light“ oder  „Zero“ in den Supermärkten nicht mehr wegzudenken. Leider finden sich Zuckerersatzstoffe nicht nur in den damit explizit gekennzeichneten Produkten sondern in kleineren Mengen auch in einer nicht ganz so offensichtlichen Palette von Nahrungsmitteln, doch dazu später mehr.

Chemisch ist Aspartam eine chirale, farblose, süß schmeckende, kristalline Substanz, die bei 248–250 °C schmilzt und in Wasser und den meisten organischen Lösemitteln nur schwach löslich ist.

Metabolisierung/Verwertung im Organismus:

Der Aspartat-Phenylalanin-Methylester wird durch eine intestinale Esterase in das Dipeptid Asp-Phe und Methanol gespalten. Methanol wird direkt zu Kohlenstoffdioxid oder Formaldehyd verstoffwechselt. Das Dipeptid Asp-Phe wird von mucosaen Dipeptidasen in die natürlich vorkommenden, proteinogenen Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure zerlegt. Phenylalanin oder das durch die Phenylalaninhydroxylase daraus entstehende Tyrosin wird zum Großteil in Proteine eingebaut. Asparaginsäure wird größtenteils über eine Transaminase in Oxalacetat umgewandelt und über den TCA-Zyklus direkt im Energiestoffwechsel eingesetzt.

Damit ist in letzter Konsequenz auch die Umsetzung von Aspartam wie Zucker über den Zitronensäurezyklus (TCA – Zyklus) als Energielieferant nachzuvollziehen.

Da der Süsseffekt gegenüber Zucker um den Faktor 200 höher ist macht dies Aspartam in seiner Dosierung sparsam und damit wirtschaftlich interessant. Kleiner Nebensatz: der propagierte Effekt zur Gewichtsreduzierung hat sich als falsch erwiesen da der Verzehr von Aspartam und damit das letztliche Betrügen des Körpers zu erhöhtem Insulinausstoss führt, was wiederum den Blutzuckerspiegel zu stark absenkt und dadurch unnötige Hungergefühle hervorruft.

Als Süssstoff mit der 200fachen Kraft ist Aspartam aber als Zusatz für Lebensmittel ein echter Wirtschaftsfaktor, zumal seine industrielle Herstellung weder kompliziert noch überproportional teuer ist was Grundstoffe und Energieeinsatz angeht.

Ist Aspartam bedenklich?

Es gilt wie bei allem der Satz des Paracelsus: es ist alles Gift, lediglich auf die Dosierung kommt es an.
Ja, mit Aspartam entstehen im Körper Stoffe wie Formaldehyd und Methanol, als Zwischenstufe der Metabolisierung auch das Nervengift Asparaginsäure mit den jeweils gesundheitsschädlichen Wirkungen, jedoch ist hier die Dosierung ausschlaggebend.

Legt man die derzeitigen zivilisatorischen Gepflogenheiten zugrunde die heute vorherrschen dann ist Aspartam sicher nicht gesundheitsfördernd, in einem geringen Mass aufgrund der Abspaltung von Methanol (im Gegensatz zu Zucker bei dem Äthanol entsteht) und Formaldehyd auch sicher etwas belastender als „normaler“ Rohrzucker. Hier ist aber zu beachten dass die Menge an Aspartam wiederum 200fach geringer ist als die von Zucker bei gleichartiger Ernährung.

Es liegen keinerlei gesicherte wissenschaftliche oder statistische Erkenntnisse vor in denen Aspartam als „Krankmacher“ dediziert ausgemacht werden konnte.

Es sei aber darauf hingewiesen dass 1. eine Recherche zu diesem Thema nicht flächendeckend sein kann und 2. die Erkenntnisse in der Humanmedizin mit Probanden gewonnen wurden die von Hause aus durch ihre Ernährungsgewohnheiten ein erhöhtes gesundheitliches Risiko mitbrachten.

Aus der Sicht des Autors ist eine bewusste Ernährung, ein bewusstes Leben und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Körper und Geist eine valide Möglichkeit gut zu leben, hierbei sollte der Verzehr von Aspartam eine wirklich sehr sehr untergeordnete Rolle spielen.

kokosmakronenDamit ist auch der bewusste Umgang mit „Süss“ verbunden, zum Beispiel eher eine hausgemachte Limonade als der Konsum von Supermarktware, der Einsatz von letztlich ja sogar wohlschmeckenderen Süssungsmitteln wie Honig oder verschiedenen Siruparten beim Backen und Kochen und der willkürliche Griff zu einer Möhre und nicht der zu einer Tafel Schokolade (wobei beim Umgang mit Schokolade nicht der absolute Verzicht sondern der bewusste Genuss anvisiert werden sollte).

Es ist daher sicher offenzulassen ob Aspartam schädlicher ist als Zucker, denn in letzter Konsequenz sollten beide Varianten in Maßen genossen werden und das wiederum stellt das mögliche, unbewiesene Gefahrenpotential von Aspartam in das der Sache gemässe Licht.

Hierzu ein Beispiel:

Der EU-Grenzwert wurde auf 40mg/kg Körpergewicht/Tag festgesetzt. Praktisch bedeuten 40mg/kg Körpergewicht für einen 70 Kilogramm schweren Menschen etwa 266 Süßstofftabletten oder – für einen 60 kg schweren Menschen – mehr als 36 Dosen (à 330 ml) einer mit Aspartam gesüßten Diätlimonade, die an einem Tag eingenommen werden müssten. Bei einem Diätgetränk, das Aspartam in der zulässigen Verwendungshöchstmenge enthält, wären 12 Dosen à 330 ml nötig, um den ETD-Wert (Erlaubte Tagesdosis) zu überschreiten. Die auf dem Lebensmittelmarkt erhältlichen Limonaden unterschreiten die zulässigen Höchstwerte jedoch deutlich und ganz ehrlich: 12 Dosen a 330 ml sind 4 Liter !!!

Leider findet sich Aspartam auch in Produkten bei denen man nicht auf Anhieb den Anspruch „süss“ erkennen kann. So taucht Aspartam auch in Ketchup, Soßen oder gar in Wurstwaren auf, daher ist hier das Lesen der Inhaltstoffe (nochmals zur Erinnerung E951) sicher sinnvoll.

Auch hier aber: wer nimmt freiwillig mehrere Liter Ketchup oder Süss-Sauer-Soße täglich zu sich?

Conclusio:

Ist Aspartam gesund? Sicher nicht. Ist es gefährlich? Undefinerbar. Ist es schädlich für den Körper? Wie jeder andere Stoff nur dann wenn er überproportional verzehrt wird.

by Stefan

#fluorid #aluminium #zucker

Quellen:

Wikipedia
Römpp
FDA Statement of Aspartam/Food Additive Statement List