Die Auswirkungen der mediterranen Kost am Beispiel von Bella Italia

Schon immer war ich verwundert wie italienische Grazien trotz der nicht gerade kalorienbewussten Ernährungsweise ihr Gewicht halten können.
Täglich stehen regelrechte Berge von Gluten auf dem Programm, spät und stundenlang zu essen ist praktisch Normalität und Sport ist eher ein Fremdwort für eine südeuropäische Signora. Trotzdem sieht man auf italienischen Straßen kurvenreiche Diven mit schönen Figuren, die keineswegs die Berge an Essen widerspiegeln, die täglich verdrückt werden.
Was ist also das Geheimnis der bella figura?

Intermediäres Fasten
Während bei uns in der Regel ein relativ süßes Frühstück auf dem Speiseplan steht, gibt es in Italien, wenn überhaupt, ein Cornetto (Croissant) und dazu einen Caffè (Espresso).
Das entspricht fast den Regeln des intermediären Fastens, das vorsieht das Frühstück ausfallen zu lassen.
Wenn man sich etwas weiter durch den Tagesablauf schmausert, versteht man dann jedoch auch relativ schnell, wie das möglich ist, ohne mit knurrendem Magen im Büro aufzuschlagen.
Gegen 20-21 Uhr trifft man sich mit Freunden und/oder Familie und haut nochmal so richtig rein, das kann schon locker zwei Stunden gehen und endet auch nicht selten mit einer guten Ladung dolci.
Kein Wunder also, dass das Frühstück so eine untergeordnete Rolle spielt 😉

Qualität setzt sich durch!
In Italien findet man noch sehr viele Wochenmärkte.
Ein Großteil der Gespräche dreht sich um das Essen. So ist man auch bereit deutlich mehr Geld in gute Qualität zu investieren. Statt einem teuren Hightech-Grill investiert man das Geld hier lieber in gutes Fleisch. Es wird noch häufig selbst, frisch und gesund gekocht. Statt Glutamat und Geschmacksverstärkern gibt es frische Gewürze, die z. B. den Stoffwechsel positiv beeinflussen und blutreinigend wirken.

Olivenöl statt Butter
Eine der wichtigsten Säule der mediterranen Ernährung bildet Olivenöl.
Mit einem sparsamen Gebrauch von Olivenöl, dazu Fisch und gedünstetes Gemüse, kann das Herzinfarkt-Risiko um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. Zu verdanken ist das den ungesättigten Fettsäuren, diese schützen nicht nur vor Infarkten, sondern auch vor dem vorzeitigen Herztod. Auch Walnuss- oder Leinöl sind hier wertvolle Alternativen. Dabei solltet ihr beachten, dass nur kaltgepresste Öle auf dem Speiseplan stehen. Auch die richtige Menge ist ausschlaggebend, so solltet ihr nicht mehr als 60 Gramm Fett pro Tag zu euch nehmen.
Butter & Margarine haben in italienischen Küchen in der Regel nichts zu suchen. Eine kleine Änderung mit großer Auswirkung auf unsere Gesundheit.

Kaffee, Wein und Wasser!
Morgens Espresso statt Milchkaffee und tagsüber jede Menge stilles Wasser. So sparen sich die Südländerinnen jede Menge zuckerhaltige Softdrinks oder Fruchtsäfte.
Abends lässt man das Essen dafür bei einem guten Glas Rotwein ausklingen.

Gemeinsam statt einsam
Alleine vor dem Fernseher essen?
Das ist in Bella Italia eher selten. Essen ist ein Fest und wird zelebriert, also schmeißt man sich in Schalte und geht gemeinsam mit seinen Freunden oder Familie essen oder kocht zusammen.
Ich konnte zahlreiche Grazien beobachten, die statt mühseligem Kalorienzählen das Leben in vollen Zügen genossen und jeden Gang der italienischen Küche mitnahmen. Durch ein gemeinsames Essen isst man bewusster und langsamer, sodass das Sättigungsgefühl nach zwanzig Minuten eintritt.

Haben Rethinker Locations überhaupt eine Chance in Italien?
Ja, das haben sie, wenn auch nur bedingt.
Denn ein glutenfreies Italien kann ich mir nur schwer vorstellen. In Florenz macht das Restaurant Quinoa einen ersten Versuch in die Richtung. In einem schönen Innenhof wird man liebevoll umsorgt und mit tollem, glutenfreien Essen verwöhnt. Mein einziger Tipp, Finger weg von der Pizza, die sollte man schon original italienisch genießen 😉

In weiteren Touristenhochburgen wie Rom findet man natürlich auch erste Versuche die Superfood-Szene zu integrieren. Einige Läden bieten kaltgepresste Säfte und Smoothies an, die mich aber in der Regel eher enttäuschten.
Ganz gut kann man im Buddy Roma essen, dort gibt es einen Mix aus traditionellen Pasta-Gerichten und veganen Variationen mit jeder Menge Superfoods.

Eines der leckersten gelati ist ebenfalls eine Rethinker-Kreation. Die Gründer von GROM sind zwei Turiner Knaben, die seit 2002 auf Slowfood schwören. Tschüss Konservierungsmittel, hallo Bioplantage – dort werden viele der Zutaten für die mega leckeren Eissorten angebaut.
Das schmeckt den dolce vita Anhängern weltweit, so ist Grom in den USA, Frankreich und Japan unterwegs.

Fazit:
In Italien läuft das Leben langsamer und bewusster ab und es funktioniert trotzdem!
Essgewohnheiten beeinflussen unser Lebensgefühl, statt Verzicht wird Genuss hier ganz groß geschrieben.
Ich wünsche mir mehr von diesem dolce vita in unserem Alltag.

by Corinna