Kuba – die wichtigsten Reisetipps und eine Selbsterkenntnis

Im April war es nach monatelanger Wartezeit endlich soweit – wir flohen vor den noch winterlichen Temperaturen nach Cuba. Nach einem ca. 11 stündigen Flug erreichten wir endlich unser Ziel Varadero.

Das kubanische Währungssystem
Kuba hat zwei offizielle Währungen. Touristen können nur CUC wechseln (Peso Convertible) sowie CUP für die Einheimischen. Der Wechselkurs entspricht den internationalen Wechselkursen zum US Dollar im Verhältnis 1:1. Am Flughafen oder im Hotel könnt ihr  euer Geld gegen eine geringe Gebühr problemlos wechseln.

Varadero – Touristenhochburg
Varadero liegt an der Nordküste Kubas auf der Halbinsel Hicacos, gut 120 Kilometer östlich von Havanna.
In Varadero entspannten wir uns die ersten Tage an den wunderschönen kilometerlangen Sandstränden und genossen tropische Obstsorten. Mein absoluter Favorit war hier die Guave, die neben zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen (einzigartiger Vitamin C-Lieferant), auch geschmacklich unschlagbar ist. Neben zuckersüßer Mango gab es natürlich auch jede Menge Melonen, Papayas und Ananas.
Besser kann ein Rethinker wohl kaum in den Tag starten.

Die karibische Strände sind einfach der Wahnsinn. Ob beim Frühsport oder beim stundenlangen Schwimmen in ca. 25 Grad warmen Wasser, wir konnten uns kaum davon trennen. Nach 4 Tagen waren wir tiefenentspannt und der ganze Stress vom den alltäglichen Themen war weit von uns entfernt.

Interniet
Dies lag auch ganz besonders an der Tatsache, dass die Internetverbindung nicht funktionierte. In Cuba gibt es kein flächendeckendes Internet. Über eine Zugangskarte für ca. 3 Euro hat man die Möglichkeit eine Stundelang zu Surfen. Oft genug hörten wir jedoch an der Hotelrezeption, dass die nächsten Tage kein Internet zur Verfügung stehen würde. Was mich zuhause in Panik versetzen würde, nahm ich Urlaub absolut gelassen hin, ich schnappte mir einen Guavensaft und ab ging es zum Strand. Zum ersten Mal wurde mir so richtig bewusst, wie viel unnötige Informationen mir so erspart blieben. Das Handy spielte plötzlich gar keine Rolle mehr. Ein sehr schönes Gefühl, das ich mir auch hier zuhause erhalten habe.
Seit dem Urlaub nutze ich mein Handy viel weniger, insbesondere nach dem Aufstehen und vor dem Schlafgehen gönne ich mir die Zeit für wichtigere Themen.

Schwierige Wege führen oft zu den schönsten Zielen
Mit dieser Erkenntnis ging es dann weiter zu dem absoluten Paradies – zu den Cayos an der nordöstlichen Küste Cubas.
Mit dem Mietwagen brauchten wir ca. 7,5 Stunden. Die Straßen sind unbeleuchtet, dafür voller Schlaglöcher. Vor Einbruch der Dunkelheit sollte man definitiv sein Ziel erreicht haben. Auf der Autopista begegneten uns mehr Pferdekutschen und Tramper, als andere Pkws. Für eine solche Strecke würde ich Inlandspflüge empfehlen, die man mindestens zwei Wochen vorher buchen muss. Mit der Buslinie „viazul“ kann man das Land ebenfalls gut bereisen auch hier ist eine frühzeitige Anmeldung notwendig.
Das Kontingent der Mietwagen ist ebenfalls staatlich begrenzt und kontrolliert, aus diesem Grund sollte man diese ca. 3-4 Monate vor Reiseantritt buchen. Wer größere Strecken mit einem Mietwagen zurücklegen möchte, der ist mit einem Jeep gut beraten.
Trotz der langen Anreise waren wir froh, diese Mühe auf uns genommen zu haben.
Denn das Leben in den „Fünf Sterne Fresspalästen“ hat nichts mit dem Alltag der Kubaner zu tun. Das Land ist durch den Kommunismus und eine 10 Jahre andauernde Wirtschaftskrise geprägt. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei umgerechnet ca. 15-20 €. Weit kommt man damit nicht, insbesondere nicht über die Landesgrenzen. Das macht viele Kubaner unzufrieden, insbesondere wenn sie den Lifestyle des Westens mitbekommen. Und so blüht der Schwarzmarkt, überall wurden uns zusätzliche Dienstleistungen angedreht. Das kann mitunter ziemlich nervig sein.
Anfangs haben wir viel Trinkgeld gegeben, dann erfuhren wir jedoch, dass die Kubaner mit der touristischen Währung nicht besonders viel anfangen können, denn bei einem Wechsel in CUP verlieren sie einen Großteil. Seit 2015 wird wohl dafür gekämpft das doppelte Währungssystem abzuschaffen, bislang ohne Erfolg. Wer Cubanern eine Freude machen will, der kann das definitiv mit Kosmetika oder deutschen Produkten, wie Schoki. Shampoos etc. sind z.B. viel teurer als bei uns.

Ankunft im Paradies – Cayo Coco & Cayo Guillermo
Die kubanischen Inseln erreicht man über eine 24km-lange Zufahrt über das Meer. Die Strecke ist einfach nur wunderschön zu fahren. Keine Schlaglöcher mehr, dafür aber ein atemberaubendes Panorama. Ziemlich krass ist, dass nur Touristen und Hotelangestellte Zutritt zu diesem Paradies haben, das nur mit Passkontrolle befahrbar ist.
Die Strände der Inseln Cayo Coco und Guillermo gehören zu den schönsten von Cuba.
Cayo Coco wurde nach dem Ibis oder Coco, wie ihn die Cubaner nennen, benannt.
An den Traumstränden der Insel kann man mehrere hundert Meter ins Wasser laufen und immer noch stehen, da der Boden unter Wasser nur ganz seicht abfällt.
Auf beiden Inseln findet man Flamingos, Seesterne, Korallenriffe und zahlreiche Tierarten wie Alligatoren, die in den Mangrovenwäldern leben.
An den Stränden wir insbesondere Kite Surfing sowie Tauchen angeboten.
Playa Pilar auf Cayo Guillermo gehört zu den schönsten Strandabschnitten. Leider werden aktuell mehrere Hotelanlagen mitten in dieses Paradies gesetzt. Auch sonst gehen die Einheimischen alles andere, als pfleglich mit ihrem Lebensraum um. So werden  Bierdosen und Müll einfach achtlos an den Strand und in das Naturschutzgebiet geworfen.
Die Zeit auf den Cayos kam uns fernab von der Realität vor.
Naturverbunde Menschen werden hier absolut zur Ruhe kommen und die Schönheit der Natur genießen.

Tschüss alte Gewohnheiten
Mir ging es blendend und das obwohl ich mich nicht halbwegs so gesund wie zuhause ernährte. Denn neben den ganzen Obstbergen gab es auch mal Auszugsmehl und Industriezucker. Auch die ganzen Superfoods, wie Gerstengras und Kurkuma durften mal ne Runde Urlaub machen 😃
Stattdessen wurde die seelische Gesundheit durch lange Strandspaziergänge, tolle Gespräche und Bücher gefördert. Die Sorgenfalten wurden jeden Tag weniger und ich sah 5 Jahre jünger aus. Das hatte zur Folge, das auch der Malkasten im Hotel blieb und ich mich auch ungeschminkt sehr wohl fühlte. Hinzu kam, dass in den Anlagen sehr viele natürliche Menschen unterwegs waren, keine  aufgepumptenFibo-Poser und auch keine operierten Instagram-Barbiepuppen, die sich oben ohne sonnten. Das ist auf Kuba nämlich verboten und so kann man endlich ganz entspannt den Tag am Strand genießen.
Die Tage auf den Cayos vergingen viel zu schnell, wer Strände liebt, sollte hier auf jeden Fall Zeit einplanen.

Havanna – größte Metropole der Karibik
Zum Abschluss ging es dann nochmal nach Havanna. Nach dem Naturparadies war es ein leichter Schock, als wir in der quirligen Stadt ankamen. Ca. 2 Millionen Menschen (von insgesamt 11 Mio. Kubanern) leben in der kubanischen Hauptstadt.
Hier findet man wunderschöne Bauten aus der Kolonialbauten, die langsam zerfallen. Zahlreiche Oldtimer laden zu einer Stadtrundfahrt ein, bei der man leider wieder mehr Angebote bekommt, als Infos zur Stadt 😉 Spaß gemacht hat es trotzdem.
Die beiden Nationalhelden Che Guevara und Fidel Kastro sind zahlreich verewigt und spielen bis heute eine wichtige Rolle im Leben der Kubaner. Es lohnt sich auf jeden Fall die alten Hotels zu besuchen sowie sich auf die Suche nach kleinen Innenhöfen zu machen. Zu Fuß kann man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten problemlos an einem Tag ablaufen. Ansonsten ist die Stadt ist leider ordentlich versmogt und auch mit der Müllabfuhr scheint es nicht ganz so zu laufen. Zum Essen gehen, wurde uns dieses Restaurant empfohlen.
Anschließend ging es dann nach insgesamt 10 Tagen Kuba zurück nach Hause.

Mein persönliches Highlight war definitiv die Zeit auf den Cayos sowie die genannten Selbsterkenntnisse, die ich hoffentlich auch langfristig in meinen Alltag einbetten kann.

by Corinna