Keine Panik, wenn dein Pipi spargelt

Wir lieben Spargel, ob als Suppe, Smoothie oder als Beilage – wir kriegen einfach nicht genug von diesem heimischen Superfood.
So gesund Spargel auch ist, so intensiv ist auch sein doch sehr intensiver Geruch beim Toilettengang.

Wie entsteht dieser überhaupt?
Spargel enthält Asparagusinsäure. Dabei handelt es sich um eine Schwefelverbindung, die im Körper verstoffwechselt wird und deren Abbauprodukte dann über den Urin ausgeschieden werden. Von den chemischen Verbindungen ähnelt diese Substanz der Wunderwaffe aller Stinktiere 😊
Auch wenn der Geruch unangenehm ist, müssen wir uns deshalb noch keinerlei Sorgen um Krankheiten machen. Viel trinken hilft dem Körper die Abbauprodukte schnell raus zu spülen. Bereits 15 Minuten nach dem Verzehr beginnt der Urin danach zu riechen.

Nehmen wir den Geruch alle gleich intensiv wahr?
Nein, denn laut Studien besitzen nur 40 Prozent der Menschen das Enzym, welches Asparagusinsäure abbaut. Es gibt noch keine klare Studienlage, warum dieses Enzym so unterschiedlich vererbt wird.
Des Weiteren gibt es Menschen, die das Enzym besitzen, die produzierten Geruchsstoffe aber nicht riechen können. Dies liegt wohl an einer Mutation in einem Gen, das für die Geruchsrezeptoren verantwortlich ist.

Ist Spargel überhaupt für jeden gesund?
Spargel besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und enthält nur ca. 150 Kalorien pro Kilogramm. Zudem enthält er jede Menge an Mineralstoffen, wie Kalium, Kalzium und Phosphor. Der relativ hohe Stickstoffanteil regt die Nieren an und sorgt für die harntreibende Wirkung. Auch lebensnotwendige Vitamine, die unsere Sehfähigkeit unterstützen und gegen Schwermetalle schützen, sind in dem Frühlingsgemüse vorhanden.
Ob grün oder weiß, scheint gesundheitlich keine großen Unterschiede zu machen. Dieses Jahr ist grüner Spargel mein absoluter Favorit, da man ihn nicht unbedingt schälen muss 😊 was mir sehr viel Arbeit erspart und Spargel auf der Liste fürs Abendessen wieder ganz nach Vorne bringt.
Ab und an schmeckt der Spargel sehr bitter. Ähnlich, wie wir Menschen „übersäuert“ er bei Stress und bildet bitter schmeckende Saponine. Das kann durch Pilzinfektionen oder bei einer falschen Ernte der Fall sein.

Vorsicht gilt auch für Menschen mit erhöhten Harnsäurewerten. Spargel kann bei dieser Gruppe Gichtschübe auslösen. Wer mit Nierensteinen zu kämpfen hat, sollte ebenfalls einen Bogen um das Stangengemüse machen.
Und an alle stillende Mamas, eure Milch kann den Spargelgeschmack annehmen, das trifft nicht unbedingt die Geschmacksnerven jedes Säuglings 🙂

Mit diesem Wissen sollten wir die nächsten Wochen getrost die Spargelsaison genießen können, die bereits am 24. Juni offiziell endet, da der Spargel ausreichend Zeit braucht, um genügend Kraft für das nächste Jahr zu sammeln.

by Corinna